Unterwegs

In der letzten Woche war ich einige Tage in Norditalien in den Ferien. Auf der Zugfahrt zwischen Mailand und Venedig hatte ich Zeit mich auf die Landschaft zu konzentrieren. Die vorüberziehenden Felder, die Häuser, Weinberge, Strassen und natürlich die Höfe. Anfangs bemerkte ich sie kaum, da die Bauweise nicht meinem ‚Schweizer-Bild‘ von einem Bauernhof entsprach. Viele Silos mit Hühnerfutter konnte ich erkennen, aber kein Auslauf für die Tiere weit und breit. Kühe waren sichtbar in den meist teilweise offenen Ställen. Die Tiere liefen frei im Stall herum und hatten eine Art Laufhof. Können diese Tiere ab dem Frühjahr auf die Weide? Wohl kaum, wenn ich mir die Landschaft so anschaue. Kaum ein Baum der Schatten spendet, weite offenen Flächen, Ackerland direkt um die Ställe herum.

Können diese Tiere überhaupt einmal richtig nach draussen?

Was fressen denn diese Tiere?

Was denken die Menschen woher ihr Fleisch, ihre Milch und ihre Eier stammen?

Zurück in der Schweiz rollt der Zug gemächlich durch das Tessin. Hügeliges Gebiet. Kleine Rebflächen, in der Magadinoebene stehen Gewächshäuser neben Folientunnels neben Industriebauten neben…. Der Fahrt durch den Neattunnel folgt die Aussicht auf den Vierwaldstättersee. An den Hängen kleben Höfe, kleine Ställe, Güllenschläuche liegen auf den kleinen frisch gedüngten Wiesenparzellen.

Wieviele Tiere hier wohl in den Ställen leben?

Bleibt hier Landwirtschaft ohne innere Aufstockung zukunftsfähig (sprich mehr Tiere pro Fläche)?

Gibt es Alternativen?

Und nun das Mittelland, Einfamilienhäuser stehen neben Kulturflächen, Industriehallen, dann ein Folientunnel eines Biobauern, irgendwo einige Hühner, Strassen, Autos, Schienen. Die Landwirtschaft wird förmlich an die Ränder gedrängt. Bauernhöfe stehen einsam in der Landschaft. Grosse Kuhställe, Hühnerhallen, Ackerflächen eingepfercht zwischen Autobahn, Hauptstrasse und Zuglinien.

Wohin führt uns diese Entwicklung?

Was möchten wir eigentlich für eine Landschaft?

Sind wir in einer direkten Demokratie nicht mitverantwortlich für das, was hier gerade vor sich geht?

Der Seetaler rollt langsam Richtung Hallwil. Die Felder im Ried sind alle begrünt, ein Bauer schneidet seine jungen Hochstammbäume. Ich verlasse den Zug, rieche den Frühling und freue mich so richtig auf die Arbeit mit und in der Natur!

***

Thomas

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