Ackerbau beim Gmüeser

Seit der Übernahme des Landwirtschaftsbetriebes auf das Jahr 2016 bewirtschaften wir in Hallwil gut 7 Hektaren Ackerland. Zurzeit besteht unsere Fruchtfolge aus verschiedenen Getreidesorten und Kunstwiesen. Das Getreide der letzten zwei Jahre haben wir ausschliesslich für die Futtermittelproduktion verkaufen können. Umstellungsgetreide ist für die Nahrungsmittelproduktion nicht gefragt. Ab nächstem Jahr sind wir ein lizenzierter Bio Knospe Betrieb und werden endlich zum ersten Mal Brotgetreide produzieren können.

Am letzten Freitag konnten wir unser letztes Getreide, den Weizen, dreschen und vor dem starken Gewitter auch noch das Stroh pressen und abführen lassen. Es ist immer wieder eindrücklich, wie die riesige Dreschmaschine ihre Arbeit verrichtet. Der Dreschbalken auf dem Bild unten ist über sechs Meter breit und muss für den Transport auf der Strasse auf einen separaten Anhänger abgehängt werden.

Auf einem eher viehschwachen Betrieb wie dem unseren gilt es, ein besonderes Auge auf die Nährstoffversorgung des Bodens zu legen. Allzu intensive Bewirtschaftung kann den Boden nachhaltig schädigen und die Erträge minimieren. Für die Anreicherung von Stickstoff haben wir in dieser Saison eine Mischkultur aus Eiweisserbsen und Gerste angebaut. Die Gerste stützt dabei die stark rankenden Erbsen, welche über ihre Wurzeln den Stickstoff in den Boden bringen. Als Viehfutter ist diese Kultur also vor allem für das nachfolgende Getreide interessant, das den im Boden gebundenen Stickstoff wieder aufnehmen kann. Und ja, für das Auge ist das Feld mit den Schmetterlingsblütlern wunderbar. Gedroschen wurde diese Kultur vor gut zwei Wochen.

Als zweites ist die Triticale abgereift. Triticale ist eine Kreuzung aus Weizen und Roggen und verbindet deren positive Eigenschaften. Der hohe Ertrag und das eher kurze Stroh vom Weizen mit den geringen Ansprüchen an die Bodenqualität und das Klima vom Roggen machen dieses Getreide für uns interessant.

Im Allgemeinen sind wir mit der Ernte zufrieden. Die Erträge sind in diesem Jahr beim Getreide allgemein hoch. Noch etwas Erfreuliches ist unsere Zusammenarbeit mit einem Biobetrieb im benachbarten Seengen. Dieses Jahr brauchten wir noch kein Stroh, da bei uns noch genügend an Lager ist und so konnten wir alles verkaufen. Die riesigen gepressten Ballen holt Marco mit seinem Vater und verwendet sie in seinem grossen Bio-Milchbetrieb.

Nun geht es schon bald los mit den Vorbereitungsarbeiten für die Aussaaten in diesem Herbst. Neben Triticale werden wir Dinkel, Ackerbohnen und Einkorn kultivieren. Die Ackerbohnen versorgen den Boden ähnlich wie die Eiweisserbsen mit Stickstoff. Das Einkorn ist eine uralte Getreidesorte. Sie ergibt vermahlen und gebacken sehr aromatisches Brot. In Zusammenarbeit mit einer kleinen Mühle und einem Bäcker in der Region entsteht nächstes Jahr voraussichtlich das erste ‚Gmüeserbrot’.

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Dominik

 

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1 Kommentar

  1. Grossartig! Danke für den interessanten Beitrag! Wir freuen uns auf euer Brot😊! Liebe Grüsse Tania

    Von Samsung-Tablet gesendet

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