Baumschnitt

Der Frühling naht in grossen Schritten und unsere zahlreichen Bäume erwachen bald aus ihrer Winterruhe. Nun ist es Zeit, die jungen Bäume zu schneiden. So war ich diese Woche im Obstgarten unterwegs um für die Bäume durch den Winterschnitt optimale Vorbedingungen für ihre Entwicklung zu schaffen. Eine sehr schöne Arbeit, vor allem, wenn die Sonne scheint…

30 unserer Patenbäume stehen nun schon im zweiten Jahr in unserem Obstgarten. In ihrer ersten Vegetationsperiode nach der Pflanzung im Herbst 2013 haben sie, auf Grund des noch kleinen Wurzelsystems, einen bescheidenen Neutrieb gebildet. Diese Triebe habe ich etwas eingekürzt. Der Schnitt wird kurz oberhalb einer nach aussen liegenden Knospe gemacht. Wenn das neue Wachstum in einigen Wochen einsetzt, entsteht aus der Knospe ein Trieb, der den Baum in die Breite wachsen lässt. Im Frühjahr erhalten diese Bäume dann noch eine gute Portion Mist, damit sie in ihrem zweiten Standjahr endgültig an Volumen zulegen können.

Etwas Besonderes ist jeweils der Pflanzschnitt. Dieses Jahr durfte ich diesen bei unseren 30 im Herbst 2014 gepflanzten Zwetschgen-, Kirschen-, Apfel- und Birnenbäumen durchführen. Dabei legt man ein erstes Mal die zukünftige Form des Baumes fest. Je nach Obstart wählt man drei bis vier sogenannte Leitäste aus. Diese sollen gut um den Stamm verteilt sein und bilden später zusammen mit der Stammverlängerung das Grundgerüst der Bäume. Optimalerweise stehen genug potentielle Leitäste zur Auswahl. Sind sie einmal festgelegt, werden die überzähligen, zu dicken Äste unmittelbar am Stamm abgetrennt. Die nun verbleibenden Leitäste werden, je nach Obstart, um die Hälfte bis Dreiviertel eingekürzt. Die Stammverlängerung schneide ich als letztes, eine Hand breit über den verbleibenden Leitästen, zurück. Je nach Baum hat es einige dünne Äste, welche belassen werden können. Diese versorgen den Baum in den ersten Jahren zusätzlich mit Energie, dürfen aber nicht geschnitten werden, da sie sonst zu stark wachsen würden.

Dieser starke Rückschnitt wirkt auf mich immer etwas krass. Würde man weniger schneiden, hätte dies jedoch zur Folge, dass nicht genug Energie für den Austrieb aller Knospen vorhanden ist. Im schlechtesten Fall würde dies zu einer frühen Verkahlung im Bauminnern führen. Der Pflanzschnitt stellt also das Gleichgewicht zwischen Krone und Wurzel, die beim Ausgraben in der Baumschule an Masse verloren hat, wieder her.

Vorfreudig erwarte ich nun die ersten Lebenszeichen in unserem Obstgarten und hoffe auf ein Laus- und Mausarmes 2015.

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Dominik

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