De Gmüeser im Herbscht

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Wenn im Seetal der Nebel regiert und die Tage kürzer werden ändert sich auch mein Lebensrhythmus. Sobald die Karotten, Pastinaken, Randen etc. im Keller, die Herbstmärkte vorbei sind, lässt es sich etwas entspannter in die Welt schauen. Ein Blick über das herbstliche Gemüsefeld lässt nur noch erahnen was hier alles einmal gewachsen ist. Im Frühjahr angezogen, gepflanzt, gehackt, gejätet, geerntet und schlussendlich hoffentlich irgendwo auf einem Teller gelandet und mit Genuss verspiesen.

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Es bleibt etwas Zeit zurückzublicken, wenn ich an einem Sonntagnachmittag über die Felder gehe. Der Gang der Natur bestimmt die Intensität meiner Arbeit. Im Frühjahr verspüre ich durch die Arbeit mit den Pflanzen, das damit verbundene Wachstum und die Sonne, starke Energie. Diese Energie fliesst in die Arbeit mit ein: ich bin wach, aufmerksam und verfolge die Natur ganz genau. Je länger das Jahr dauert, die Vegetation sich verändert, umso mehr kann ich loslassen. Die Pflanzen gedeihen, sie brauchen noch etwas Unterstützung in Form von Wasser, hacken und jäten. Aber die Meisten sind über dem Damm. Im Herbst gilt es die Ernte einzubringen, etwas Stolz zu sein, aber auch den Blick vor möglichen Fehlern, Unachtsamkeiten unter dem Jahr nicht zu verschliessen. Eine Krankheit die man zwar gesehen, aber nicht bekämpft hat, Unkraut das auf einem Teil des Feldes abgesamt hat, obwohl man seit Wochen denkt, das sollte noch weg. Ja, diese Dinge gehören auch dazu. Reflexion steht im Zentrum, damit dann im Winter die Planung für das neue Jahr entsprechend in Angriff genommen werden kann. Eigentlich ist die Planung bereits voll im Gange. Ich muss wissen, wo nächstes Jahr welche Pflanzen hinkommen, denn dies entscheidet darüber: Welche Gründüngung lasse ich stehen, welche Nährstoffe (Mist, Kompost) möchte ich bereits im Spätherbst noch ausbringen, wo könnte ich bereits pflügen…

Und wie war euer Gmüeser-Jahr?

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Wenn dann der erste Schnee fällt und die Felder bedeckt sind, lege ich mich auf den Ofen, mache eine Neil Young Platte an und träume etwas von den Weiten Amerikas oder dem Rauschen des Ozeans!

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Thomas

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