Welches Gemüse soll es denn nun sein?

So, die Anbauplanung für das Gemüsejahr 2018 ist abgeschlossen. Klar, es kann sich noch das eine oder andere verändern, aber im Grossen und Ganzen steht sie. Beim Durchblättern der Saatgutkataloge verspüre ich noch immer eine grosse Freude über diese Vielfalt an Gemüsepflanzen, die da so zur Verfügung stehen. Was der Mensch in Zusammenarbeit mit der Natur durch Züchtung erreichen konnte ist beeindruckend. Das Wort Kultur kommt vom lateinischen Wort ‚cultura‘  was soviel wie ‚Bearbeitung‘, ‚Pflege‘ oder ‚Ackerbau‘ bedeutet. Wir Menschen haben seit Urzeiten in der Auseiandersetzung mit der Natur gewirkt. Die Landwirtschaft als Teil der menschlichen Kultur war dabei über Jahrtausende das zentrale Element. Aus Gräser wurden Getreide, Knollen wurden zu Gemüse, wilde Tiere zu Nutztieren usw.

Dreizelgenwirtschaft, Stallhaltung, Kartoffeln aus Amerika, der wissenschaftliche Nachweis wachstumsfördernder Wirkung von Stickstoff, Phosphat und Kalium und deren industrielle synthetische Erzeugung, Globalisierung, Einsatz anorganischer Salze, Insektizide, Herbizide, Patentierung von Genetik, grüne Revolution, genetische Veränderungen usw. sind weitere Entwicklungen davon.

2018, Gemüseabo vom Gmüeser. Es stellen sich so einige Fragen für mich: Welche Gemüsesorte soll ich auswählen? Samenfeste Sorten der Sativa? Hybride von Bigler Samen? ProSpecieRaria? Hybride ermöglichen ein gleichmässiges Auflaufen, höhere Erträge, gleichmässigeres Aussehen… Samenfeste Sorten sind ein Statement gegen die grossen Saatgutkonzerne, ermöglichen die Weiterzucht, sind keine genetische Sackgasse… ProSpecieRara steht für genetische Vielfalt, Biodiversität, ungleichmässige Formen des Gemüses, oft Anfälligkeiten für Krankheiten…

In etwa 50% des Biogemüses in der Schweiz steckt konventionelles Saatgut. Die Züchtung – der jahrelange ‚Entwicklungsprozess‘ einer Sorte durch Kreuzung und Selektion – erfolgt beinahe ausschliesslich konventionell. Sativa Rheinau und Zollinger sind Schweizer Firmen, die sich für biologische Züchtung in der Schweiz einsetzen. Wir als kleiner Gemüsebetrieb mit Abovermarktung können und wollen versuchen uns hier zu engagieren und kaufen unser Saatgut fast zu 100% von diesen Betrieben.

International hat längt der Endkampf um die Hoheit über das Saatgut begonnen. Bisher konnten die Hersteller ihre Sorten zwar schützen lassen, doch die Samen waren frei für die Zucht, damit die Grundlage des Essens für die Allgemeinheit zugänglich bleibt. Heute können die Hersteller ­eine Eigenschaft patentieren lassen – etwa eine Resistenz gegen Blattläuse. Nun entscheidet der ­Patentinhaber, wer die entsprechenden Sorten zur Weiterzucht oder zur Gemüseproduktion verwenden darf. Wie in der Tierzucht gibt es immer weniger Firmen, die überhaupt noch in diesem Geschäft tätig sind. Als Beispiel: Rund zwei Drittel der weltweit verfügbaren Tomatensorten gehören Monsanto und Syngenta.

Unser Projekt mit den Gemüseabos und dem damit verbunden Gedanken der Vertragslandwirtschaft ermöglicht es mir, bereits bei der Auswahl der Sorten möglichst hohe ethische Priorität walten zu lassen. Trotzdem stehe ich als Produzent in der Verantwortung, Aufwand, Ertrag und Qualität in ein sinnvolles Gleichgewicht zu bringen. Das heisst, auch bei uns wachsen teilweise Hybride (Broccoli, Auberginen, gewisse Tomaten), weil sie mir einfach mehr Sicherheit im Anbau bieten. Dafür nehme ich in Kauf, dass wir bei den Rüebli oft auch krumme dabeihaben. Unsere AbonnentInnen tragen das zum grossen Teil mit. Es ist leicht zu fordern, dass die Bauern auf Hybridzüchtungen, auf Pflanzenschutzmittel, auf Herbizide verzichten sollen, wenn aber beim Einkauf trotzdem nur das schöne, gerade, gleichmässige Gemüse gekauft wird! In unserem System wird wenig weggeschmissen, da wir auch krummes, ungerades Gemüse in die Kisten legen. Den Rest fressen die Kühe oder wird zu Kompost, der wieder auf die Felder gelangt.

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Thomas

 

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Landwirtschaft, Gmüeser und ich

Was fliesst da alles in unser Wasser? Wieso werden Tiere in solchen Ställen gehalten? Was geschieht mit unseren Böden? Wer schreddert all diese armen Küken? Weshalb gibt es immer weniger Bienen? Immer trockenere und wärmere Sommer, woher kommt das? Bauern bekommen Geld von uns, für was denn eigentlich genau? Ich möchte wissen, woher mein Essen kommt! Ich will nicht, dass Tiere schlecht behandelt werden! Weshalb ist Bio so teuer?

Ihr alle kennt diese Fragen und Forderungen. Die Landwirtschaft steht dabei zentral in der Verantwortung. Unsere Umwelt (Wasser, Boden, Luft), unsere Nahrung (Pflanzen, Gestreide, Milch, Fleisch, Eier etc.) und unsere Landschaft werden von ihr beeinflusst. Diese Erkenntnis hat mich dazu gebracht zusammen mit Dominik und Martina das Projekt Gmüeser zu starten. Es ist meine Motivation! In der Tätigkeit mit Tier und Boden lässt sich einiges bewirken.

Die Menschen haben sich in den letzten Jahrzenten immer mehr von der Landwirtschaft entfernt, auch mir ging das so. Die technologische, kapitalistische Entwicklung hat interessantere Dinge hervorgebracht als die Herstellung von Nahrung. Diese ist einfach da. Im Regal des Supermarktes, beim Take-Away, im Restaurant um die Ecke, am Markt etc.

Ansprüche steigen. Wir möchten ‚gesund‘ essen. Unsere Umwelt soll nicht zerstört werden. Dank direkter Demokratie dürfen wir Schweizer Bürger entscheiden, wie die Landwirtschaft der Schweiz sein soll: produzierend, ernährungssichernd, von Familien geführt, dezentrale Besiedlung (Dörfer, Weiler, Alpen…), Ökologie, Tierschutz usw. Doch wisssen wir eigentlich was in der Realität genau passiert?

Die Landwirtschaftspolitik des Bundes hat in den letzten Jahren zu einer Art Scheinökologisierung der Subventionen geführt.  Für die Umwelt gab es kaum Verbesserung, dafür vor allem neue Regelungen für die Bauern, was zu hoher Frustration führt. Zum Beispiel gibt es Beiträge für die sogenannte ‚Bodenschonende Bewirtschaftung‘. Darunter fällt die Behandlung des Bodens mit dem bekannten Herbizid Glyphosat, wenn dafür auf den Pflug verzichtet wird (nur der Biobetrieb verzichtet übrigens auf Glyphosat, nicht die IP-Bauern). Die Politik zeigt keine langfristige Strategie, vielmehr kommt es einem  ‚Herumgeeiere‘ gleich. Verbände, Interessengruppen und Politiker kämpfen letzendlich um die Verteilung des Geldes. Denn ohne steuerndes Geld für die Landwirtschaft, nur mit Gesetzen und Vorschriften, wird die Produktion von Nahrungsmitteln letztendlich ins Ausland verlagert. Wo bleibt dann noch der Einfluss auf die Qualität unseres Essens?

Durch Schutz unserer Umwelt (Boden, Wasser, Luft, Landschaft) und der Tiere stiften wir Landwirte ‚öffentliche Güter‘, die wir nicht über den Markt entlohnt bekommen. Der Weizen für unser Brot, das Poulet im Coop kann auch aus dem Ausland importiert werden. Dafür braucht es andere Einnahmequellen. Statt Direktzahlungen für Flächen die ‚landwirtschaftlich genutzt‘ werden (grasen, weiden, ackern etc.) plädiere ich für ein Prämiensystem, welches gesellschaftlich gewünchte Leistungen  honoriert. Hier kommen die Konsumentinnen und Konsumenten zum Zuge. Was wären denn gesellschaftlich gewünschte Leistungen? Schöne Landschaften? Sauberes Wasser? Tier-, Umweltschutz? Die Gesellschaft muss formulieren, was sie von den Landwirten will! Doch ist sie dazu in der Lage? Ich bin da skeptisch. Zu romantisch sind leider die Vorstellungen. Die Landwirtschaft wie sie in Kinderbüchern, Filmen, Postkarten etc. gezeigt wird hat überhaupt nichts mehr mit der heutigen Zeit zu tun. Die Preise für Lebensmittel sind stark gesunken. Immer grössere Betriebe entstehen. Höfe verschwinden. Immer neue chemische Hilfsmittel werden eingesetzt. Die Mechanisierung schreitet voran. Nahrung kann aus der ganzen Welt zu günstigen Preisen importiert werden.

Die Landwirtschaft und ihre KonsumentInnen müssen dringend in einen Dialog treten. Interesse zeigen für das, was da auf unseren Feldern, mit unserem Essen passiert. Ich bin bereit mich euren Fragen zu stellen. Kommt vorbei in Hallwil und schaut euch an, wie so eine Nutztierhaltung aussieht. Wo die Schwierigkeiten liegen (siehe Text). Betrachtet unsere Gemüsefelder, seht selbst wie aufwendig Handarbeit ist. Wenn das Unkraut im Dinkel spriesst und die Nachbarbauern danke Glyphosat einen ’sauberen‘ Acker vorweisen können. Wir stehen alle in der Verantwortung. Wir entscheiden, wie es mit unserem Planeten weitergehen wird. Die Landwirtschaft ist Teil des Problems, kann aber auch ein wichtiger Teil der Lösung sein. Doch nur wenn die KonsumentInnen verstehen, wo die Herausforderungen liegen, und die Bürger als politische Personen dies auch einfordern.

Kleine Initiativen sind wichtig. Vertragslandwirtschaftsprojekte. Genossenschaften usw. Doch lassen wir uns auch nicht täuschen von diesen Erfolgen. Die globalen Agrarkonzerne machen weiter. Es braucht dringend auch PolitikerInnen, welche die skizzierten Themen glaubhaft vertreten!

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Thomas

 

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Wintermorgen

Die Felder ruhen. Die Tage sind kurz. Es ist kalt. Der Bauer kriecht am Morgen irgendwann vor 6 aus dem Bett. Dunkel ist es. Der Kaffee tröpfelt aus der Maschine, ein Stück Brot liegt auf dem Tisch. Irgendwelche Informationen zu Trump, Brexit und dem Verkehr dringen aus dem Äther an sein Ohr. Kurzer Blick auf Emails, Wetter und den Sportresultaten der letzten Nacht.

Die Arbeitsklamotten sind im kalten Keller, es gibt sicher angenehmeres. Jacke, Kappe, Handschuhe sind angezogen, das Velo steht bereit, es geht los in Richtung Stall. Der Nebel ist dicht heute morgen. Gut tun sie, diese Pedalentritte. Der Körper erwacht, die Sinne werden geschärft, langsam verschwindet die Müdigkeit. Beim Stall angekommen öffnet er die Türe zum ehemaligen Milchraum, macht das Licht an und verschwindet mit dem bereitgestellten Hühnerfutter in Richtung Hühnerwagen. Dank des künstlichen Lichtes im Stall sind die Hühner bereits wach. Die Meisten sitzen noch auf den Stangen, drei, vier junge, braune Hybridhühner sind aber bereits auf der Scharrfläche und erwarten das neue Futter. Es ist nicht so, dass da kein Futter mehr wäre, aber im Neuen hat es noch Körner, übrig lassen sie immer das Mehl. Nachdem er das Legenest geöffnet und neues Wasser gebracht hat, geht der Bauer in Richtung Kuhstall. Ein erster Blick in die Runde, ein ‚Guete Morge zäme‘, Fressgitter schliessen und die Kühe kommen an den Fressplatz. Starke Kühe wie Fiesta, Chrüsi und Corona nehmen immer die ersten drei Plätze ein, die schwächeren Tiere reihen sich danach ein. Etwas Grassilage und einiges Heu in den Fessbalken und die Kühe sind erstmal zufrieden. Die Kälber und Jungrinder erhalten dasselbe Futter in der Raufe und ihrem eigenen kleinen Fressbereich. Ein kurzer Gang hinter den Tieren ermöglicht es dem Bauern zu sehen, ob es allen gut geht, Verletzungen, mögliches Abkalben können gleich erkannt werden. Dann gehts mit der Mistgabel, Stroh, Miskarrette und Güllenschieber ab in den Stall. Liegeboxen reinigen, den Stallboden von Gülle und Mist befreien und dabei immer ein Blick auf die jungen Tieren, ein Wort da, ein Streicheln dort und die Arbeit vergeht wie im Fluge.

Neues Heu nachreichen, Stroh und Heu von der Heubühne runterschieben, Kühe und Kälber striegeln, das sind die weiteren Arbeiten. Beim Striegeln der Tiere lassen sich gut die Eigenschaften der einzelnen Tiere studieren. Eine beruhigende Wirkung stellt sich ein, sowohl für den Menschen als auch für die Tiere. Ob die Tiere gesund sind, kurz vor dem Abkalben stehen usw. lässt sich bei der Kontrolle der Kühe herausfinden.

Die schwächeren Tiere verlassen das Fressgitter sofort wenn es wieder geöffnet wird. Die starken Tiere wie Fiesta, Chrüsi, Corona und Zora teilen dann vorerst die Reste noch unter sich auf. Andere suchen die Tränke, Kratzbürste oder ihr junges Kalb auf. Der Bauer bleibt noch etwas im Stall, sieht dem Treiben zu und freut sich!

Hühner aus dem Stall lassen, Stiefel und Stalljacke ausziehen und dann ab aufs Velo zurück in die warme Stube: Planung, Emails, Dokumente, Kaffee etc. warten bereits.

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Thomas

 

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Angebot Woche 51

Und nun endet diese Woche auch die Abosaison in Hallwil, Lenzburg und Aarau. Ich hoffe das Angebot hat euch gepasst, die Qualität war gut und es gab genügend Abwechslung. Von meiner Seite möchte ich allen Abonnentinnen und Abonnenten für den reibungslosen Ablauf ein grosses Lob aussprechen. Es ist nicht selbstverständlich, dass das Ganze mit 60 beteiligten Parteien so gut funktioniert. Bitte denkt daran die leeren Kisten bis Ende Jahr wieder an die Standorte zurückzustellen. Danke!

Mittwoch

Kürbis, Randen (Chioggia, weisse), Sellerie, Rüebli und Federkohl

Das wärs! Ich wünsche euch allen schöne Festtage!

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Thomas

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Angebot Woche 50

Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Damit enden auch unserer Abos. Am kommenden Samstag finden die letzten Lieferungen nach Sursee, Schlierbach und Nebikon statt. Der darauffolgende Mittwoch 20.12. ist der letzte Liefertermin für Aarau, Lenzburg und Hallwil. Ich hoffe die Saison war für unsere Abonnentinnen und Abonnenten in Ordnung. Aus unserer Sicht muss ich feststellen, dass wir dank des Wetters zum Teil wirklich gute Erträge hatten. Ich bin gespannt wie sich das nächstes Jahr präsentieren wird.

Mittwoch

Kabis oder Sellerie

Schwarzwurzeln oder Wurzelpeterli

Bodenkohlrabi

Lauch

Rüebli (Gniff, orange, Longue Jaune, Purple Haze, Küttiger)

Zwiebeln

 

Samstag

Kürbis

Federkohl

Randen

Rüebli

Sellerie

Nüssler (wenn kein Schnee liegt!)

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Thomas

 

Unsere Rinder und ich

In den letzten Wochen habe ich mich wieder vermehrt mit unserer Tierhaltung auseinandergesetzt. Aufgrund der anstehenden Schlachtung der einjährigen männlichen Tiere Noel und Silvestre und der 3 Jahre alten nicht fruchtbaren Kuh (also eigentlich Rind… )Blanca und dem Verkauf von Kala und Chresteli (beide 12 Monate alt) stellten sich mir Fragen über Sinn und Unsinn der Tierhaltung beim Gmüeser.

Eins vorweg, dem Einwand, dass Nutztierhaltung ethisch fragwürdig ist, kann ich durchaus zustimmen. Für mich stellt sich dann sogleich die Frage, inwiefern wir als Menschen hier Verantwortung haben und wie wir mit dieser Verantwortung umzugehen gedenken.

Unsere heutig gängigen Nutztierarten wie Schweine, Kühe, Hühner und Schafe sind seit Jahrtausenden Begleiter von uns Menschen. Wir haben uns in Gemeinschaft mit ihnen entwickelt. Die Entwicklungen der letzten 50 Jahre haben es dem Menschen ermöglicht in der Zucht der Tiere immer weitere, vermeintliche Fortschritte zu erzielen, die alleine unserer Profitmaximierung dienten. Die genetische Vielfalt ist dadurch in Bedrängnis geraten. Haltungsformen haben sich vom natürlichen Verhalten der Tiere immer mehr entfernt. Die Fütterung der Tiere wurde immer stärker in Abhängigkeit von Nahrungsmitteln, die auch dem Menschen zur Verfügung stehen würden, geführt.

Unser behorntes Rätisches Grauvieh ist ein kleines, leichtes, robustes und langlebiges Zweinutzungsrind. Es kann als Wiederkäuer im Gegensatz zu uns Menschen Raufutter wie Heu und Gras optimal in Milch und Fleisch umsetzen. Die Tiere benötigen daher kein Futter, welches auch Menschen zur Verfügung stehen würde, und verursachen kaum Landschäden.

Dauergrünland, das nicht umgebrochen werden darf, oder umgewandelt werden kann, weil zu feucht, trocken oder zu steil, kann von Kühen genutzt werden. Unsere Schweizer Kulturlandschaft ist massgeblich davon geprägt. Die Kuh steigert mit ihrem Dung die Humusgehalte im Boden, düngt die Flächen und führt dazu, dass der ökologische Betrieb in sich tragfähig wird. Mit ihrem vom Menschen aufbereiteten Dung (Mist, Gülle) ermöglichen uns die Kühe den Anbau pflanzlicher Genüsse (Gemüse, Getreide etc.) und erhöhen deren Qualität.

Nicht auf das ob, sondern auf das wie kommt es daher an. Die industrielle Tierhaltung und Schlachtung sind einer Gesellschaft wie der unseren nicht würdig. Das Tier ist dem Menschen gänzlich anvertraut. Diese Verbindung spüre ich jeden Tag, wenn ich morgens um halb 7 den Stall betrete. Es ist eine Freude und gleichzeitig eine Belastung, diese Verantwortung in den Blicken, in den Bewegungen der Tiere zu erkennen. Mit einer Berührung zu spüren, wie das Tier sich fühlt, wie es reagiert. Im Moment, in dem du in seine Wahrnehmung trittst, wartet es gespannt auf deine Bewegungen, auf das was du tust oder unterlässt. Das verpflichtet. Ich bin bestrebt jedem Tier als Individuum (inkl. Namen) mit Bedürfnissen, Ängsten und auch kleinen Macken zu begegnen. Dabei muss es immer wissen, dass es sich auf mich verlassen kann. Dass ich klar bin in dem, was ich von ihm will oder was ich nicht will. Dies ist eine grosse Herausforderung, aber ein zentrales Argument in den Bemühungen, den Tieren ihre Würde zurückzugeben.

Und dann kommt der Tag, an dem die Tiere den Stall verlassen müssen. Gründe dazu gibt es mehrere. Unser Stall ist zu klein, um mehr Tiere beherbergen zu können. Wenn die Kälber mit etwa 10, 11 Monaten mit dem Milchtrinken bei den Müttern aufhören, stellt sich die Frage, was nun mit ihnen geschehen soll. Für männliche Jungrinder gibt es die Möglichkeit der Schlachtung oder des Verkaufs auf einen anderen Betrieb zwecks ‚Mästens’ und der anschliessenden Schlachtung. Weibliche Tiere können, wenn man sich bemüht und man Rassenzucht betreibt, an Züchter verkauft werden. Nur ist es schwierig, 12 Monate alte Tiere zu verkaufen, da sie noch nicht trächtig sind und der aufnehmende Betrieb genügend Platz braucht, um die Tiere getrennt von einem Stier zu halten.

Ein Transport bleibt den Jungrindern auf unserem Betrieb in keinem Fall erspart. Wir sind nicht in der Lage eine zweite Gruppe von Tieren zu halten, die sich abseits des Stieres aufhalten. Unsere Weidebasis lässt aufgrund der fehlenden Arrondierung auch kaum einen höheren Tierbestand zu. Und der Transport ist ein Problem! Das Verladen der Tiere ist für sie ungewohnt. Sie kennen es nicht. Sie wissen nicht warum sie da hinein sollen. Fremde Menschen sind da. Alle wollen etwas. Man soll sich gefälligst bewegen. Der Tierhalter ist nervös, auch für ihn ist es eine nicht alltägliche Situation. Ist er da noch in der Lage, die Würde des Tieres zu beachten?

Gibt es Alternativen? Das Gewöhnen der Tiere an einen Wagen wäre eine Möglichkeit. Auch die Schlachtung der Tiere auf der Weide wäre etwas. Ist es auch der gänzliche Verzicht auf Nutztierhaltung?

Wenn ich nach einem ‚freien Sonntag’ am Montag wieder in Stall komme, dann freue ich mich auf die Tiere. Wenn Kroki auf mich zustürmt, wenn Corina mit ihren Hörnern versucht, ihre Freude über mein Erscheinen mit ihrer Ängstlichkeit unter einen Hut zu bringen, dann ist das etwas Wunderbares!

Für mich bilden Nutztiere und Menschen eine Gemeinschaft, und es liegt alleine in unserer Verantwortung, dass sie auch in Würde leben können!

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Thomas

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Angebot Woche 49

Bald geht die Abosaison 2017 zu Ende. An folgenden Tagen finden die letzten Lieferungen statt:

Schlierbach, Sursee, Nebikon:      Samstag 16.12.2017

Hallwil, Lenzburg, Aarau:             Mittwoch 20.12.2017

Diese Woche ist eine schwierige für mich. Ein Teil unserer Tiere verlässt uns. Die einen gehen zum Metzger und für andere habe ich Züchter gefunden, die mit ihnen weiterarbeiten werden. Mir liegen unsere Tiere sehr am Herzen, da ist es nicht einfach Abschied zu nehmen.

Folgendes Gemüse geht in die Abos:

Mittwoch

Pastinaken, Sellerie, Federkohl, Randen (weisse, Chioggia, Golden)

Samstag

Kabis, Schwarzwurzeln, Lauch, Rüebli, Rosenkohl

 

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Thomas

 

Gemüsewähe

Wir haben ganz viele Rezepte in unserem Repertoire, die man je nach Jahreszeit oder Kühlschrankinhalt mit ganz unterschiedlichem Gemüse zubereiten kann. Diese Gemüsewähe gehört dazu.

Für einen solchen Gemüsekuchen braucht man auch gar nicht unbedingt ein Rezept – aber ich veröffentliche es hier einfach als „Erinnerung“, dass man doch wieder einmal eine Gemüsewähe backen könnte.

Wenn man Zeit hat, kann man den Teig selber machen. Das geht eigentlich ganz schnell – er muss einfach ungefähr eine halbe Stunde im Kühlschrank ruhen.

Auch den Guss kann man leicht abwandeln, z.B. mit Crème fraîche, frischen Kräutern oder Käse.

Teig
150g Mehl (ich habe Ruchmehl verwendet)
50g Butter (kalt)
4-5 EL kaltes Wasser
Salz

Ein halber Weisskabis (mittelgross)
Zwei grosse Rüebli
Eine Stange Lauch
Olivenöl
Salz, Pfeffer

2 Eier
1dl Milch oder Rahm (evt. mehr, falls man mehr Guss möchte)
Salz, Pfeffer, Paprika, Chilipulver

Für den Teig Mehl und Salz mischen. Die kalte Butter in kleinen Flocken zum Mehl geben. Mit den Händen fein verreiben. Wenn alles gleichmässig „krümelig“ ist, das kalte Wasser hinzufügen und rasch zu einem Teig zusammenfügen. In Frischhaltefolie verpackt ca. 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.

Weisskohl in feine Streifen hobeln, Rüebli raffeln, Lauch in Ringe schneiden. In Olivenöl andünsten, mit Salz und Pfeffer würzen, evtl. etwas Wasser hinzufügen.

Für den Guss Eier, Milch oder Rahm und Gewürze verquirlen.

Den Teig gleichmässig auswallen, in eine gefettete Wähenform legen, dicht einstechen. Gemüse darauf verteilen, Eier-Rahm-Mischung dazugiessen. Bei 200°C ca. 30 Minuten backen.

Habt ihr auch solche Rezepte, die ihr immer wieder macht – mit ganz unterschiedlichem Gemüse, je nach Jahreszeit?

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Martina

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Angebot Woche 48

Diese Woche sollen die Temperaturen erstmals ganztags unter Nullgrad sinken: Der Winter ist da! Auch Schnee wird es voraussichtlich bis ins Flachland geben, ich freue mich darauf.

In diesem Jahr gibt es einiges an Randen in die Abos. Sie sind auch speziell gut gewachsen in diesem Jahr! Beim Gmüeser gedeihen zurzeit folgende Sorten:

‚Rote Kugel‘: Eine samenfeste Züchtung die sich wie der Name schon sagt in roter Farbe präsentiert.

‚Chioggia‘: Ist eine hellrote Rande die innen abwechselnd weisse und rote Ringe aufweist. Bei dieser Rande handelt es sich um eine alte italienische Sorte die von ProSpecieRara und Sativa erhalten wird. Da beim Kochen die Ringe verlaufen ist vor allem die Zubereitung roh als Salat empfehlenswert.

‚Golden‘: Ist ebenfalls eine alte ProSpecieRara Sorte. Wenn sie gut gewaschen ist, weist sie eine leuchtende orangenfarbige Schale auf und hat ein gelbes Fleisch. Tipp: Beim Kochen etwas Essig ins Kochwasser geben, damit die gelbe Farbe nicht verblasst.

‚Vereduna Alba‘: Diese Sorte haben wir dieses Jahr zum ersten Mal angesät. Es hat sich gelohnt: sie ist äusserst ertragreich! Es handelt sich um eine weisse Rande mit schneeweissem Fruchtfleisch. Mild im Geschmack und mit einem vergleichsweise hohem Zuckeranteil ist diese weisse Rande wirklich empfehlenswert.

Rande ist also nicht gleich Rande und wenn ihr einen Blick in die Rezepte von Martina werft seht ihr auch eine Vielzahl von Verwendungsmöglichkeiten. Unsere Randen sind unterschiedlich gross. Von eher kleinen bis zu riesigen Typen ist alles vorhanden. Da wir möglichst wenig Gemüse fortwerfen möchten (siehe Foodwaste) werden unsere AbonnentInnen mit allerhand Grössen und Formen konfrontiert. Ich hoffe, dass die Meisten damit umzugehen wissen.

Mittwoch

Lauch, Rüebli, Kürbis und Zwiebeln

Samstag

Pastinaken, Sellerie, Feder-/Palmkohl und Randen

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Thomas

Angebot Woche 47

Man glaubt es kaum, aber ich bin bereits wieder in den Planungen für das nächste Jahr. Es ist spannend die Saatgutkataloge zu durchforsten und Ausschau nach neuem interessanten Gemüse zu halten. Letzte Woche habe ich euch etwas vertiefter über unsere Rüebli informiert. In den Abos am Samstag gibt es wieder eine Auswahl davon!

Mittwoch

Kabis (rot oder weiss)

Randen (weisse und rote)

Lauch

Feder-/Palmkohl

 

Samstag

Kürbis

Rüebli (verschiedene)

Lauch

Zwiebeln

 

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Thomas